Back to top

Brauchse Jobb? Wir machen Kunst

Juni 2017 - September 2017

In Oberhausen tritt die Utopie der bezahlten Kunst-Arbeit in Kraft

Oberhaus
Unterhaus, Ladenlokal im Oberhaus
Caffe Kunst. Kunstarbeit in Oberhausen

Lohnarbeit für Produkte und Dienstleistungen wird es bald nur noch für 20% der Welt-Bevölkerung geben. Das Geld wird umverteilt werden müssen. Mit sinnloser Ersatz-Beschäftigung werden die Leute sich nicht auf Dauer ruhig stellen lassen. Anstelle von sinnfreiem Individual-Fetisch tritt die Utopie der bezahlten Kunst-Arbeit in Kraft.

"Brauchse Jobb? Wir machen Kunst" erarbeitet mit Kunst-Arbeiter*innen in Oberhausen für die Definition, was-wann-warum-wie-für-wen-wo und in welchem Kontext Kunst ist, komplett eigene Kriterien. Anstatt vorgefertigte ästhetische Muster zu kopieren, politische Vorgaben zu erfüllen oder Kunst mit Sozialarbeit und Beschäftigungstherapie zu verwechseln, wird Kreativität den eigenen Ideen und Anderen zur Verfügung gestellt. Das Projekt richtet sich an alle, die eine Idee mitbringen.

Alle die wollen sind in der Tat Künstler. Man muss das allerdings auch wollen, von alleine geht das nicht. Fliegen kann man auch nicht wenn man nicht will. Die grundlegenden Entscheidungen, "wo, was, wie, wann, mit wem" eine künstlerische Idee gesetzt werden muss, können prinzipiell von allen Menschen gefällt werden.

Der Prozess, mit einer eigenen Idee zu arbeiten, orientiert sich hierbei entlang eines einfach strukturierten Modells von „Tatsache-Interpretation-Möglichkeit-Relation". Lässt man angeblich objektive, normative Kriterien für die Arbeit von Kunst und für die Qualität von Kunst mal beiseite, und versteht den Menschen und seine Idee, so ergeben sich die relevanten Kriterien aus den einfachen Fragen, Beobachtungen, den klaren Antworten und letztendlich aus den daraus folgenden Handlungen.

Die Kunst-Arbeiter*innen entscheiden Medium, Ort, Beziehung, Thema, Menschen. Die Arbeiten werden zusammengefasst und im Unterhaus (Ladenlokal im Erdgeschoss des Oberhauses) und an anderen Orten in Oberhausen gemacht, gezeigt, aufgeführt und auch verkauft.

Thomas Lehmen, geb. 1963 in Oberhausen, ist freiberuflicher Choreograph, Tänzer und Lehrer. Seit 2013 tourt er mit dem aktuellen Projekt "A Piece for You" durch die Welt. 2016/17 kehrt er ins Ruhrgebiet zurück, um zum Thema "Kunstarbeit" zu recherchieren.

http://www.thomaslehmen.de
http://www.apieceforyou.com

"Brauchse Jobb? Wir machen Kunst" ist ein Projekt im Rahmen von „Uncommon Ground“ / Interkultur Ruhr 2016/17, gefördert von: Kunststiftung NRW, unterstützt von: Stadt Oberhausen und kitev / Kultur im Turm e.V.