Back to top

Übersetzen. Zusammenarbeit in einer multilingualen Gesellschaft

Übersetzen. Zusammenarbeit in einer multilingualen Gesellschaft

von: 
Guido Meincke

Das 4. Netzwerktreffen Interkultur Ruhr am 3. Juli 2017 in Kooperation mit dem Ringlokschuppen Ruhr beschäftigte sich mit dem Thema "Übersetzen – Zusammenarbeit in einer multilingualen Gesellschaft".

Sprache ist Macht. Sie entscheidet über Ein- und Ausschluss. In einer offenen, integrativen und multilingualen Gesellschaft sind wir permanent mit Übersetzungsvorgängen konfrontiert. Eine demokratische Gemeinschaft mit flachen Hierarchien ist ohne Übersetzungen nicht zu machen. Was das für unsere interkulturelle Arbeit in Kunst und Kulturinstitutionen bedeuten kann, wurde  beim 4. Netzwerktreffen Interkultur Ruhr diskutiert.

Das Netzwerktreffen, das zweimal jährlich an unterschiedlichen Orten stattfindet, bietet ein Forum für den Austausch zwischen verschiedenen Akteursgruppen im Ruhrgebiet und die Suche nach effektiven Kooperationsformen. Es dient dem kritischen Dialog mit Initiativen und Institutionen der interkulturellen Kulturarbeit und der gemeinsamen Diskussion kulturpolitischer Fragestellungen. Bereits am Vormittag fanden sich die ersten Besucher des 4. Netzwerktreffens Interkultur Ruhr im Ringlokschuppen Ruhr ein, zum Beratungsgespräch zur Förderung im Fonds Interkultur Ruhr.

Nach der Mittagspause eröffnete Jess Curtis mit einem Impulsvortrag die Diskussion. Der Choreograf und seine Kollegin Claire Cunningham haben mit “The Way You Look (at me) Tonight” einen Performanceabend geschaffen, der 2017 im tanzhaus nrw zu sehen war, und der eine Vielzahl von Übersetzungsvorgängen im Bühnenraum verwebt. Hier wird das Übersetzen zu einer körperlichen Erfahrung und Nicht-Verstehen zur lustvollen Wahrnehmungsübung. Mit einem performativen Vortrag führte Jess Curtis in diese künstlerische Praxis der Übersetzung ein. Der Vortrag wurde von Simone Bury simultan in Gebärdensprache übersetzt.

Was bedeutet die Anerkennung der Vielsprachigkeit unserer Gesellschaft für (Kultur-)Institutionen? Fragen wie diese haben sich die Anglistin Bridget Fonkeu (TU Dortmund, Afro-Mülheimers, Silent University Ruhr), der Dramaturg Michael Eickhoff (Theater Dortmund) und der Archäologe, Übersetzer und Kulturschaffende Jabbar Abdullah (u.a. Römisch-Germanisches Museum, Landesbüro Freie Darstellende Künste NRW) in einer offenen Podiumsdiskussion gestellt. Sie alle haben in unterschiedlichen Institutionen Verfahren der Übersetzung etabliert, um die Zugänge zu ihren Angeboten zu verbreitern. Ausgehend von ihren Erfahrungen, Zielen und weiteren Vorhaben sind wir in ein Gespräch darüber gekommen, wie wir zukünftig miteinander arbeiten wollen.

Eine Dokumentation des 4. Netzwerktreffens von Marouane Mhadhbi in englischer Sprache steht hier (rechte Spalte) zum download bereit.

Simultanübersetzung einer Podiumsdikussion beit Kitev, Oberhausen 2016