Juni 2026

Bad Blacks? – The Death of Race

Ella Steinmann, , Bochum

Bad Blacks? – The Death of Race ist eine musikalisch-performative Lecture über Schwarze Personen, die rechte Positionen vertreten oder diese nicht klar ablehnen.

Das Projekt verbindet analytische Passagen mit musikalischen Interventionen und arbeitet zwischen Lecture Performance und reduziertem Solo-Musical-Format. 

Die Premiere ist im Prinz Regent Theater Bochum geplant. Weitere Aufführungen im Ruhrgebiet und auf Festivals sind vorgesehen. Das Bühnenbild ist bewusst minimal und portabel konzipiert: Ein wandelbarer Schreibtisch als Mini-Bühne und eine mobile Projektionsfläche ermöglichen Gastspiele auch an Orten ohne Bühneninfrastruktur. 

Im Anschluss an die Vorstellungen sind moderierte Nachgespräche mit Melane Nkounkolo geplant. 

Ausgangspunkt von Bad Blacks? – The Death of Race sind reale politische Positionierungen Schwarzer Akteur*innen wie Achille Demagbo (AfD), Catherine Schmiedel (AfD-nahes Engagement) oder Serge Menga, der mit migrationskritischen und rechtspopulistischen Aussagen öffentlich auftritt. Ihre Sichtbarkeit wirft Fragen auf, die über Einzelpersonen hinausgehen: Was bedeutet es, wenn Menschen, die selbst von Rassismus betroffen sind, rechte Narrative vertreten oder rassistische Strukturen relativieren? Sind sie Ausnahmen – oder Ausdruck gesellschaftlicher Verschiebungen? 

Das Projekt untersucht die Irritation, die daraus entsteht – besonders innerhalb Schwarzer Communities. Ist das ein Zeichen politischer Pluralität? Ein Bruch mit kollektiven Solidaritätsvorstellungen? Oder zeigt sich hier, wie wirkmächtig rassistische Ordnungen sind, die politische Zugehörigkeit neu strukturieren? 

Zwischen analytischer Lecture und musikalischen Interventionen entsteht ein Raum, in dem unterschiedliche Perspektiven nebeneinander stehen dürfen: eine links-liberale Verunsicherung, eine fiktive erzkonservative Selbstverteidigung, ein überzeichneter Chor der Empörung. Das Stück interessiert sich für Widerspruch, Ambivalenz und emotionale Überforderung – und fragt, ob „race“ als verbindende Kategorie trägt oder längst brüchig geworden ist.