G.A.R.T.E.N. – GegenwartsAneignung: Räume, Teilhabe, Erinnerung & Neuordnung
Unser Projekt reagiert auf eine Leerstelle im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung (IGA) im Ruhrgebiet: Migration und migrantische Gartenkulturen kommen bislang kaum vor, obwohl Gärten zentrale Räume der Selbstorganisation, Erinnerung und Aushandlung sind. Insbesondere sogenannte „Gastarbeitergärten“ stehen für migrantisches Wissen und Praktiken, die Stadtentwicklung, Versorgung und Gemeinschaft nachhaltig geprägt haben.
Gärten sind jedoch nicht nur ökologische, sondern auch politische Räume – sie verhandeln Fragen von Zugang, Privileg, Wohnungsnot und Eigentum. In Deutschland sind Gartenkulturen zudem mit Kolonialgeschichte, nationalsozialistischer Raumordnung und sozialistischer Alltagskultur verwoben. Diese Dimensionen bleiben häufig unsichtbar. Hier setzt das Projekt an: Wir verbinden künstlerische Feldforschung mit politischer Bildungsarbeit und fragen, was wir durch die Perspektive von Gärten über Migration und Demokratie lernen können.
Geplant ist ein Open Call für migrantisch positionierte Künstler:innen verschiedener Sparten. Bis zu fünf Personen erhalten Materialstipendien und entwickeln Arbeiten zu „GegenwartsAneignung, Räume, Teilhabe, Erinnerung & Neuordnung“. Die Ausstellung findet in einem Garten im Ruhrgebiet statt und wird ergänzt durch eine Vernissage mit Input von Dr. Dastan Jasim sowie Gesprächsformate mit Aktivist:innen. Das Durak Kollektiv schafft über das Kartenspiel niedrigschwellige Begegnungsräume zwischen Vernissage und Finissage.