Juni 2026

Machen ist wie wollen – nur krasser.

die Urbanisten, LABSA, Haus der Vielfalt, , Dortmund

Unter der Leitung von Sarah Haas realisiert ein transdisziplinäres Netzwerk (die Urbanisten, LABSA, Haus der Vielfalt) das Projekt „Machen ist wie wollen – nur krasser.“. Von Juli bis September 2026 entsteht an der Heilig-Geist-Kirche in Dortmund ein interkultureller Begegnungsort. Im Zentrum steht der gemeinsame Bau eines mobilen DJ-Pults in der „Offenen Werkstatt“. An einem Wochenende pro Monat wird dieser Ort durch ein „Pop-up Urbanismus“-Format bespielt: Handwerk trifft auf arabischen Tanz, ein DJ-Picknick und Kino. Das Projekt verbindet handwerkliche Qualifizierung mit niederschwelliger soziokultureller Teilhabe im Quartier.

Das Projekt nutzt das DJ-Pult als soziokulturelles Werkzeug und therapeutisches Medium. Inhaltlich fokussiert es auf drei Säulen:

  1. Selbstwirksamkeit durch Handwerk: In einer Zeit, die oft von Passivität geprägt ist, macht der Bau eines physischen Objekts – von der Skizze bis zur Verkabelung – den eigenen Einfluss auf die Umwelt greifbar. Das haptische Arbeiten verwandelt „Wollen“ in sichtbare Ergebnisse.
     

  2. Niederschwellige Partizipation & Hierarchieabbau: Über das gemeinsame Arbeiten an Holz und Technik entstehen Begegnungen auf Augenhöhe. Das Werkeln fungiert als universelle Sprache, die Barrieren zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft abbaut. Es entsteht ein „Dritter Ort“, an dem postmigrantische Perspektiven gestalterisch einfließen.
     

  3. Vom Objekt zur Aktion (Empowerment): Das Pult ist kein Selbstzweck, sondern eine Plattform für Sichtbarkeit. Die Teilnehmenden erschaffen sich ihre eigene Bühne. Das spätere Auflegen am selbst gebauten Pult schließt den Kreis der Selbstwirksamkeit: Erst wird der Raum kollektiv geschaffen, dann wird er kulturell bespielt.
     

  4. Soziale Resilienz: Das gemeinschaftliche Lösen technischer Probleme stärkt das Vertrauen in die eigene Kompetenz und die Gruppe. Es ist eine solidarische Intervention gegen soziale Isolation, die durch das „Familyfood“ von LABSA und filmische Impulse („Das Gegenteil von Grau“) inhaltlich vertieft wird.