Mélodie de la Mère
In Interviews, Musik- und Videoaufnahmen werden mütterliche Stimmen aus Kamerun und Deutschland gesammelt und zu einer Bühnenarbeit verdichtet. Mit Musik (François Alima, Siegfried Aimé Mama), Performance (Edith Nana) und Video-/Raumszenografie (Nils Voges / sputnic) entsteht 2026 in NRW eine Performance über Herkunft, Weitergabe und weibliche Erinnerung. Geplant sind mindestens drei Aufführungen im Ruhrgebiet, u. a. in Kooperation mit dem Ringlokschuppen Ruhr und dem Prinz Regent Theater Bochum.
Im Zentrum von Mélodie de la Mère stehen weibliche Stimmen, mütterliche Erzählungen und die Frage, wie Identität über Generationen und Kontinente hinweg weitergegeben wird. Ausgangspunkt ist eine mündlich überlieferte afrikanische Geschichte, in der eine Mutter die Melodie ihres zukünftigen Kindes träumt. Diese Melodie wird zur Metapher für Herkunft, Erinnerung und Verantwortung.
Das Projekt verbindet persönliche Erinnerungen von Müttern aus Kamerun und Deutschland mit gesellschaftlichen Fragen zu Migration, Sprache, Hautfarbe und kultureller Zugehörigkeit. Interviews, Lieder und Erzählungen bilden ein dialogisches Archiv weiblicher Erinnerung, das in der Performance hör- und sichtbar wird.
Die Arbeit stellt dominante, oft stereotype Diskurse über „die Anderen“ infrage und setzt ihnen Perspektiven Schwarzer Frauen entgegen. Dabei bewegt sich die Performance zwischen dokumentarischer Recherche und poetischer Verdichtung. Sie thematisiert Muttersprache als etwas Fragiles, das sich verändern, verlieren oder neu zusammensetzen kann, und versteht Identität als etwas, das gemeinsam getragen werden muss, um nicht zu zerfallen.