Juni 2017 - September 2017

Thomas Lehmen: Brauchse Jobb? - Wir machen Kunst!

, Oberhausen
Gustavstraße
Gustavstraße. Foto: Thomas Lehmen
Oberhaus
Oberhaus. Foto: Thomas Lehmen
Unterhaus, Ladenlokal im Oberhaus
Unterhaus, Ladenlokal im Oberhaus. Foto: Thomas Lehmen
Caffe Kunst. Kunstarbeit in Oberhausen
Caffe Kunst. Kunstarbeit in Oberhausen. Foto: Johanna-Yasirra Kluhs

In Oberhausen tritt die Utopie der bezahlten Kunst-Arbeit in Kraft

Lohnarbeit für Produkte und Dienstleistungen wird es bald nur noch für 20% der Welt-Bevölkerung geben. Das Geld wird umverteilt werden müssen. Mit sinnloser Ersatz-Beschäftigung werden die Leute sich nicht auf Dauer ruhig stellen lassen. Anstelle von sinnfreiem Individual-Fetisch tritt die Utopie der bezahlten Kunst-Arbeit in Kraft.

"Brauchse Jobb? Wir machen Kunst" erarbeitet mit Kunst-Arbeiter*innen in Oberhausen für die Definition, was-wann-warum-wie-für-wen-wo und in welchem Kontext Kunst ist, komplett eigene Kriterien. Anstatt vorgefertigte ästhetische Muster zu kopieren, politische Vorgaben zu erfüllen oder Kunst mit Sozialarbeit und Beschäftigungstherapie zu verwechseln, wird Kreativität den eigenen Ideen und Anderen zur Verfügung gestellt. Das Projekt richtet sich an alle, die eine Idee mitbringen.

Alle die wollen sind in der Tat Künstler. Man muss das allerdings auch wollen, von alleine geht das nicht. Fliegen kann man auch nicht wenn man nicht will. Die grundlegenden Entscheidungen, "wo, was, wie, wann, mit wem" eine künstlerische Idee gesetzt werden muss, können prinzipiell von allen Menschen gefällt werden.

Der Prozess, mit einer eigenen Idee zu arbeiten, orientiert sich hierbei entlang eines einfach strukturierten Modells von „Tatsache-Interpretation-Möglichkeit-Relation". Lässt man angeblich objektive, normative Kriterien für die Arbeit von Kunst und für die Qualität von Kunst mal beiseite, und versteht den Menschen und seine Idee, so ergeben sich die relevanten Kriterien aus den einfachen Fragen, Beobachtungen, den klaren Antworten und letztendlich aus den daraus folgenden Handlungen.

Die Kunst-Arbeiter*innen entscheiden Medium, Ort, Beziehung, Thema, Menschen. Die Arbeiten werden zusammengefasst in Oberhausen gemacht, gezeigt, aufgeführt und auch verkauft.

 

Thomas Lehmen, geb. 1963 in Oberhausen, ist freiberuflicher Choreograph, Tänzer und Lehrer. Seit 2013 tourt er mit dem aktuellen Projekt "A Piece for You" durch die Welt. 2016/17 kehrt er ins Ruhrgebiet zurück, um zum Thema "Kunstarbeit" zu recherchieren.

http://www.thomaslehmen.de

http://www.apieceforyou.com

„Brauchse Jobb? Wir machen Kunst“ ist ein Projekt von Thomas Lehmen in Kooperation mit Interkultur Ruhr, gefördert vom Regionalverband Ruhr, der Kunststiftung NRW, Individuelle Künstler Förderung IKF / european center for creative economy, mit freundlicher Unterstützung vom Verein zur Erhaltung der Arbeitersiedlung Gustavstraße e.V., Stadt Oberhausen, OGM. Station 1 des Projekts im Unterhaus im Oberhaus wurde unterstützt von kitev (Kultur im Turm e.V.).

Erste Station: "Caffe-Kunst", 26.6.–30.07.2017

"Unterhaus" (Ladenlokal EG) des "Oberhauses"

Friedrich-Karl-Str. 4, 46045 Oberhausen

 

Zweite Station: Gustavstraße, ab 04.08.2017

und bei Kunstarbeiter*innen überall in Oberhausen

 

Notiz: Gespräch mit Thomas Lehmen, 03.09.2017

 

Werkschau: Brauchse Jobb? Wir machen Kunst!

Gustavstraße, 18.–30.09.2017

 

Kontakt: Thomas Lehmen

Tel.: 0151 / 115 798 71

https://www.facebook.com/LehmenThomas/