Juni 2026

Unter Tage, über Grenzen

Treibkraft.Theater, , Hamm

„Unter Tage, über Grenzen“ ist eine theatrale Führung durch die Zeche Heinrich-Robert, die Geschichten der ersten "Gastarbeiter" hörbar macht.

„Unter Tage, über Grenzen“ ist eine theatrale Führung durch die Zeche Heinrich-Robert, die Geschichten der ersten "Gastarbeiter" hörbar macht. Die Performer Taoufik Moumina, dessen Schwiegervater selbst Bergarbeiter in der Zeche Heinrich Robert war, und Matthias Damberg schaffen – mit ihren marokkanisch-deutschen und deutsch-deutschen Hintergründen – einen Dialog, der Nähe und Differenz zugleich zeigt. Regie führt Boglárka Pap, gebürtig aus Ungarn, deren Arbeit an der Schnittstelle von Kunst, Bildung und interkulturellem Austausch steht.

Die Premiere ist am 18.9.2026 in der Zeche Heinrich-Robert in Hamm geplant: https://www.treibkraft-theater.de/produktionen/unter-tage-ueber-grenzen

 

„Unter Tage, über Grenzen“ erzählt die Geschichte der ersten Gastarbeiter auf der Zeche Heinrich-Robert – Menschen, die ab 1964 aus verschiedenen Ländern ins Ruhrgebiet kamen, um unter Tage zu arbeiten. Ihre Geschichten von Aufbruch, Heimweh, Begegnung und Humor sind Teil 
unserer gemeinsamen Erinnerung – und doch oft ungehört geblieben.

Heute, da die Zeche ein Ort für Kunst und Begegnung ist, möchten wir diese Stimmen wieder hörbar machen. In einer theatralen Führung verbinden sich dokumentarische O-Töne, szenisches Spiel und persönliche Perspektiven. In der alten Lohnhalle etwa erlebt das Publikum den Moment, wo der erste Gastarbeiter seinen Lohn erhält – während im Hintergrund die Stimme seiner Frau erklingt, die schreibt, dass sie zu Hause eine Geburtstagstorte gebacken haben. Kleine Szenen lassen große Geschichte spürbar werden.

Die transkulturelle Führung möchte historische Fakten des Bergbaus mit persönlichen Migrationsgeschichten verknüpfen. Zugleich soll sie sowohl unterhaltsam als auch bildend sein. Durch mehrsprachige Elemente, Einbindung von O-Tönen und Publikumsdialogen entsteht ein niedrigschwelliger Zugang zu einem komplexen Thema.

„Unter Tage, über Grenzen“ versteht sich als generationenübergreifendes Erinnerungsprojekt. Ältere Menschen teilen, was sie erlebt haben, Jüngere entdecken darin ihre eigene Gegenwart. Die Geschichten verbinden Vergangenheit und Heute – und machen spürbar, dass Erinnerung nur lebendig bleibt, wenn sie geteilt werden.