Stabiler Kongress 2026 – Solidarität in Zeiten der Polarisierung
WORUM SOLL ES DIESES JAHR GEHEN?
Solidarität ist kein seliger Zustand der Einigkeit. Sie wird herausgefordert, wenn unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven, politische Positionen und gesellschaftliche Machtverhältnisse aufeinandertreffen. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Konflikte sich verschärfen und in alle Räume hineinwirken, stellt sich für viele von uns eine konkrete Frage:
Wie bleiben wir solidarisch, wenn Konflikte unsere Gemeinschaften auf die Zerreißprobe stellen und Perspektiven auseinandergehen?
PROGRAMM
Alle Veranstaltungen sind kostenfrei und anmeldepflichtig. Bitte melde dich jetzt an, indem du das Anmeldeformular ausfüllst und es per E-Mail an info@interkultur.ruhr sendest.
Anmeldeschluss ist der 16. September 2026
13:00 - 13:30 – WIR ÖFFNEN DIE TÜREN
13:30 - 15:00 – Workshop: TRIALOG – Solidarisch im Dialog bleiben
Der von Jouanna Hassoun und Shai Hoffmann entwickelte TRIALOG-Workshop schafft einen geschützten Raum, in dem unterschiedliche Perspektiven auf gesellschaftliche Konflikte respektvoll und dialogisch aufeinandertreffen. Im Sinne der beiden Begründer*innen steht dabei nicht die Suche nach Konsens im Vordergrund, sondern die Bereitschaft, Widersprüche auszuhalten, einander zuzuhören und auch bei unterschiedlichen Positionen im Gespräch zu bleiben. Anhand praxisnaher Methoden stärken die Teilnehmenden ihre Ambiguitätstoleranz, reflektieren den Umgang mit Polarisierung und entwickeln Handlungskompetenzen für solidarisches Miteinander in Konflikthaften gesellschaftlichen Kontexten.
15:30 - 17:00 – Vernetzungspunkt: Stabiler Rücken – Austausch im Kugellager
Zu Beginn stellen aktive Mitglieder vom Stabiler Rücken e.V. den Verein, seine Arbeit und seine Vision einer solidarischen Vernetzung von BIPoC, migrantisierten und jüdischen Kunst- und Kulturschaffenden vor. Anschließend wird der Raum für Austausch geöffnet. Ausgehend von den im Laufe des Tages gesammelten Gedanken und Fragen – etwa „Was ist Stabiler Rücken für dich?“ oder „Was wünschst du dir?“ – kommen die Teilnehmenden in wechselnden Kleingruppen miteinander ins Gespräch. Ob revolutionäre Kunst, solidarische Praxis, institutionelle Hürden, Strategien des Widerstands oder ganz konkrete Fragen aus dem Berufsalltag: Dieser Programmpunkt bietet Raum für das, was die Community bewegt.
Gemeinsam werden Erfahrungen geteilt, Perspektiven zusammengetragen und neue Verbindungen geknüpft. So wird Stabiler Rücken als ein lebendiger Ort erfahrbar, an dem Menschen sich einbringen, voneinander lernen und gemeinsam an einer solidarischen Kulturpraxis arbeiten.
17:30 - 19:00 – Austausch und Essen
Hier geht es um viel mehr als das Essen. Wir schauen über den Tellerrand und kommen in einer gemütlichen Atmosphäre mit Interkulturellen Frauennetzwerk ins Gespräch. Monira Wali erzählt uns von der Entstehungsgeschichte der ehrenamtlichen Arbeit mit über 120 Frauen im Ruhrgebiet, die im Kunst- und Kulturbereich aktiv sind. Während dessen sind alle herzlich eingeladen, mit uns das afghanische vegetarische Essen zu genießen.
19:30 – 21:30 – Landsfrau - Gastspiel des Doris Crea Kollektivs
Mit Mariann Yar | Text und Inszenierung: Mariann Yar & Leonard Dick
Landsfrau ist ein autobiografisch geprägtes Solo über Afghanistan und Diaspora-Erfahrungen jenseits westlicher Narrativen. Das Stück verbindet Erinnerung, Musik, Choreografie und autofiktionales Erzählen zu einer performativen Auseinandersetzung mit Identität, Zugehörigkeit und Solidarität.
Ab 22:00 – Ausklang bei Down The Rabbit Hole X - Cute Community Radio
*Der Stabile Rücken ist ein Zusammenschluss von BIPoC-, migrantisierten und jüdischen Kunstschaffenden aus Theater, Film und Kultur und steht für eine diverse, desintegrierte Theater- und Filmlandschaft im deutschsprachigen Raum. Das Kollektiv schafft Räume für Vernetzung, Austausch und solidarische Praxis innerhalb der Community - jenseits von Vereinzelung und institutionellen Barrieren. Dabei geht es ihnen um gegenseitiges Rückensterken und gemeinsame Handlungsfähigkeit. Der Stabile Kongress wird dieses Jahr zum Them „Solidarität unter Bedingungen von Differenz, Spannung und Widerspruch aus der Perspektive Kunst- und Kulturschaffender“ erforschen und dabei das Netzwerk im Ruhrgebiet erweitern.
*Der Stabile Kongress findet zum ersten Mal im Ruhrgebiet statt – die als einer Region, die seit Generationen von Migration, industrieller Arbeit und gesellschaftlichem Wandel geprägt ist, gilt. Vielfalt ist hier gelebte Realität in Alltag, Arbeit und Kultur. Gleichzeitig zeigt sich im Ruhrgebiet wie in einem Brennglas, dass gesellschaftliche Teilhabe, Sichtbarkeit und Ressourcen nach wie vor ungleich verteilt sind. Gerade im Kulturbereich treffen unterschiedliche soziale Realitäten, Erfahrungen und Perspektiven unmittelbar aufeinander.