Back to top

Podiumsdiskussion beim Fest der Vielen

So. 21.08.2022, 15:30 Uhr
Verein für die solidarische Gesellschaft der Vielen e.V.

Umkämpfter Stadtteil – geteilte Geschichten

Fest der Vielen. Foto: Verein für die solidarische Gesellschaft der Vielen e.V.

Duisburg Hochfeld ist ein „vernachlässigter“ Stadtteil und wird in Stadtentwicklungskonzepten häufig als „Ankommensstadtteil“ beschrieben. Als ehemaliger Arbeiter:innenstadtteil ist er vom Niedergang der Schwerindustrie, dem Wegzug fast der Hälfte seiner Bewohner:innen, zunehmender Arbeitslosigkeit und Kaufkraftverlust geprägt. Der Mietspiegel sank und Hochfeld wurde für ökonomisch prekarisierte Menschen und größere Familien attraktiv, welche die derzeitige Sozialstruktur prägen. Allerdings ist auch eine Trendwende erkennbar: Es ziehen vermehrt besserverdienende und kulturschaffende Menschen nach Hochfeld, während parallel migrantisierte und ökonomisch prekarisierte Bewohner:innen verdrängt oder sogar zwangsgeräumt werden.

Der Verein für die solidarische Gesellschaft der Vielen e.V. sieht hier einen Zusammenhang zwischen dem anstehenden Großformat „IGA 2027“ und den geplanten höherpreisigen (Wohnungs-)Neubauprojekten. Diesen Projekten ist gemein, dass sie eine Aufwertung des Stadtteils forcieren. An Orten der Begegnung, des wertschätzenden Austauschs und für kreative Schaffensprozesse für alle Bewohner:innen fehlt es aber weiterhin. Diese Leerstelle sollen im Dialog mit der diversen Stadtgesellschaft gefüllt werden, und es sollen vor allem transkulturelle Brücken gebaut werden. Das dreitägige Fest der Vielen findet erneut umsonst und draußen statt, um es so inklusiv wie möglich zu gestalten.

Neben dem vielfältigen Musikprogramm will sich das Festival-Team unter dem diesjährigen Motto in einer Podiumsdiskussion auch aus unterschiedlichen Perspektiven den Fragen nach Aufwertung und Verdrängung, konflikthaften Aneignungen des öffentlichen Raums, Stadtteilentwicklung von unten und rassismuskritischer, solidarisch-künstlerischer Arbeit auf Augenhöhe widmen. Diese Fragen halten sie im Stadtteil für zwingend notwendig, da sie in den letzten Monaten verstärkte Problematisierungen, Stigmatisierungen und Verdrängung von marginalisierten Menschen aus ihrem Wohn- und Lebensraum beobachten, welche aber selber viel zu selten selbst zu Wort kommen.

Der Verein für die solidarische Gesellschaft der Vielen e.V. wurde gegründet, um migrantisierte und marginalisierte Perspektiven in gesellschaftlichen Debatten zu stärken und in Duisburg langfristig und nachhaltig Strukturen für eine solidarische und vielsprachige Gesellschaft und die Demokratisierung der Bedingungen des partizipativen Zusammenlebens Aller zu entwickeln und aufzubauen. https://sgdv.org

Das Fest der Vielen wird unterstützt von: Amadeu Antonio Stiftung, Förderfonds Interkultur Ruhr, Fonds Soziokultur e.V., Fritz Cola, Kulturbeirat der Stadt Duisburg, LAG Soziokultur, Wirtschaftsbetriebe Duisburg

Print Friendly, PDF & Email