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Interkultur Ruhr Home

Idee:

Das Ruhrgebiet ist Heimat für Menschen aus über 200 Herkunftsländern. Es ist eine der vielfältigsten Regionen in Europa und durch Migration und die teils mit ihr verknüpfte Industriegeschichte geprägt. Viele verschiedene Gemeinschaften von Menschen sind in den 53 Städten der Metropole Ruhr zu Hause und gestalten das kulturelle Leben mit.

Seit 2016 beschäftigt sich Interkultur Ruhr in Veranstaltungen, einem Förderprogramm und in Netzwerkaktivitäten mit dieser reichen Vielfalt von Alltagswelten und kultureller Arbeit. Projektträger ist der Regionalverband Ruhr (RVR). Interkultur Ruhr ist Teil der Nachhaltigkeitsvereinbarung zur Europäischen Kulturhauptstadt RUHR.2010 und knüpft gedanklich an deren Themenbereich Stadt der Kulturen an.

Interkultur Ruhr begreift Migration als eine Grundkonstante gesellschaftlichen Lebens und das Zusammenleben von Menschen mit vielen unterschiedlichen Geschichten und Erfahrungen als urbane Normalität – hier im Ruhrgebiet, in ganz Europa und als globale Wirklichkeit.

Das Projekt bespielt kein festes Haus, sondern bewegt sich durch die Region. Grundlage des Programms sind Kooperationen mit kulturellen Akteur*innen quer durch die Stadtgesellschaft, mit denen gemeinsam an Bestehendem weitergearbeitet wird und neue Projekte entwickelt werden: von soziokulturellen Zentren und Netzwerken verschiedener Communities, über Orte des Alltags wie z.B. Pizzerien und Trinkhallen bis hin zu überregionalen Festivals und Museen. Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt auf der Zusammenarbeit mit starken, aber zumeist prekarisierten Orten der interkulturellen freien Szene. An diesen teils vor Jahrzehnten, teils jüngst gegründeten Orten ist die Arbeit an der pluralistischen, solidarischen Gesellschaft der Vielen gelebte Alltagspraxis.

 

Das Programm von Interkultur Ruhr entfaltet sich in drei Kernbereichen:

Förderfonds

Seit 2016 unterstützt der Förderfonds verschiedene Kulturprojekte von vor allem freien Initiativen und Organisationen, die sich für ein bereicherndes, interkulturelles Zusammenleben einsetzen. Der Fonds hat pro Jahr ein Fördervolumen von 200.000 Euro, die zu gleichen Teilen vom RVR und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW zur Verfügung gestellt werden. Am Ende jedes Jahres erscheint eine kritische Dokumentation zum Förderfonds, in der alle unterstützten Projekte dargestellt werden und das Fördergeschehen im Ruhrgebiet quantitativ und qualitativ untersucht wird. Zusätzlich ordnet ein begleitender Kommentar die fördernde Aktivität in größere gesellschaftliche Zusammenhänge und laufende Debatten ein.

Netzwerk

Parallel zur Gründung des Programms fanden viele verschiedene Akteur*innen interkultureller Arbeit im Netzwerk Interkultur Ruhr zusammen. Seit dem Bestehen tauschen sie sich nun in regelmäßig stattfinden Netzwerktreffen über aktuelle Fragestellungen aus der Praxis aus und formulieren kulturpolitische Anliegen. Die Treffen der beteiligten Akteur*innen finden stets in gemeinsamer Gastgeberschaft mit einer Partnerorganisation statt und können von ihrem Format her kleinere, konzentrierte Workshopformate und – punktuell – größere, öffentliche Foren sein.

Veranstaltungen

Interkultur Ruhr initiiert und realisiert – stets in enger Partnerschaft mit vielen verschiedenen Kulturakteur*innen – gemeinsame Veranstaltungen, künstlerische Recherchen und Koproduktionen an mehreren Orte im Ruhrgebiet. Es entstehen sehr unterschiedliche Formate für vielfältige Zielgruppen: von Street Art, Ausstellungen, Filmen und Listeningsessions, über Konzerte, Workshops, ein Archiv „von unten“ und öffentliche Diskussionen bis hin zum gemeinsamen Bauen und Kunst machen. In den ersten drei Jahren Programmarbeit von Interkultur Ruhr wurden 7 künstlerische Recherchen durchgeführt und 23 Projekte und Koproduktionen mit rund 40 Kooperationspartner*innen umgesetzt.

 

Ziele

Interkultur Ruhr steht für die gemeinschaftliche Arbeit an einer solidarischen Gesellschaft der Vielen und für eine offene, pluralistische Gesellschaft. Zu den Zielen des Programms gehört es, bestehende, modellbildende interkulturelle Praxen in der Region zu unterstützen und miteinander zu verknüpfen. Hierzu gehört auch, auf die gesamtgesellschaftliche Bedeutung interkultureller Arbeit und die jahrzehntelange Erfahrung in diesem Feld im Ruhrgebiet hinzuweisen und für eine angemessene, strukturelle Stärkung dieses nach wie vor prekarisierten Kulturbereichs einzutreten. Im Ruhrgebiet existieren seit vielen Jahren beispielhafte, selbstorganisierte Orte des vielfältigen gesellschaftlichen Miteinanders, der Emanzipation marginalisierter Gruppen und des Empowerments. Interkultur Ruhr möchte sich insbesondere für diese zukunftsweisenden Orte einsetzen und ihre Anliegen verstärken.

 

Zukunft

Die Erfahrungen von Interkultur Ruhr in fördernder Tätigkeit und Programmarbeit zeigen, dass sich seit einigen Jahren beispielhafte, neue Formen interkultureller Arbeit in der Region entwickeln, die sich nicht in bestehende Kategorien einordnen lassen (z.B. zwischen sozialräumlichem Arbeiten und Kunst) und die sich von temporären Projekten zu dauerhaften Plattformen entwickelt haben. Oftmals fallen diese Initiativen durch das Raster der existierenden Förderprogramme. Strukturelle Förderungen für solche Projekte sind kaum existent.

Es sind neue Werkzeuge erforderlich, um diese (zumeist freien) interkulturellen Träger besser zu unterstützen. Die gesamtgesellschaftlich wichtige Arbeit der vielen herausragenden Initiativen in der Region muss sichtbarer werden. Ihr sollte dieselbe Wertschätzung und Anerkennung zuteil werden wie anderen Kulturbereichen auch. Die Geschichte der Verwebung zahlreicher Bevölkerungsgruppen im Ruhrgebiet ist historisch einzigartig – es gilt nun, in Kunst und Kultur eine dem angemessene Dynamik zu schaffen.

 

Kuratorische Leitung: Johanna-Yasirra Kluhs, Fabian Saavedra-Lara

News:

Der Förderfonds Interkultur Ruhr 2019 ist ab sofort geöffnet. Weitere Informationen: hier

Kalender:

Mohamed Altoum
30.06.2019
Africa Positive e.V.
Förderfonds Interkultur Ruhr
04.07.2019
Interkultur Ruhr
Förderfonds Interkultur Ruhr
06.07.2019
Interkultur Ruhr

Notizen:

Postkoloniale Perspektiven im Ruhrgebiet. Ein Arbeitstreffen mit Natasha A. Kelly

Bericht von Megha Kono-Patel und Miriam Yosef über das Arbeitstreffen des Netzwerks Interkultur Ruhr im Januar 2019 im atelier automatique in Bochum mit der Kommunikationssoziologin, Autorin, Kuratorin und Dozentin Natasha A. Kelly zum Thema „Postkoloniale Perspektiven im Ruhrgebiet“.

Inter - Design als (interkultureller) Prozess

Inter Logos

Wie kann man ein Logo entwickeln, das der transitorischen Identität der interkulturellen Praxis selbst und dem gleichnamigen Kulturprogramm im Ruhrgebiet entspricht? Manuel Bürger initiierte einen Workshop, in dem gemeinsam mit neuen und weniger neuen Bewohner*innen des Ruhrgebiets ein erstes Set von Logos erarbeitet wurde. Von Beginn an suchte das Team nach Möglichkeiten, das Auftreten von Interkultur Ruhr in der Öffentlichkeit als Gasthaus zu praktizieren - für verschiedene Sprachen und Begegnungen mit diversen Formen und Positionen...