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Archivarbeit. Zwischen künstlerischer Forschung und Oral History

Do. 08.01.2026, 18:00 Uhr
STADT_RAUM

Gespräch zwischen Julia Wadhawan und James Gregory Atkinson im Rahmen der Ausstellung „Vom Rande aus“ in Dortmund

James Gregory Atkinson. Foto: Eike Walkenhorst
Julia Wadhawan. Foto: Jasmin Göttling

Im Rahmen der Ausstellung „Vom Rande aus“ von Esra Canpalat und Fatih Kuceren beschäftigt den STADT_RAUM und Interkultur Ruhr, was eigentlich in Zukunft in Erinnerung bleibt, wenn bestimmte Geschichten in der Gegenwart marginalisert werden. Dafür haben wir Julia Wadhawan von „WHO CARED?“ und James Gregory Atkinson eingeladen, ihre Gedanken und Arbeitsweisen zu teilen. 

Das Gespräch zwischen Julia Wadhawan und James Gregory Atkinson fokussiert Archivarbeit mit autobiografischen Bezügen, marginalisierte Narrative und wird moderiert von Megha Kono-Patel. 

Der Eintritt ist frei.

Der deutsch-amerikanische Künstler James Gregory Atkinson kombiniert in seinen forschungsbasierten Ausstellungsprojekten Elemente der sozialen und politischen Geschichte mit seiner Autobiografie, um die Abwesenheit afro- deutscher Erfahrungen in den dominanten Erzählungen über Race, Identität und Nationalität in Deutschland zu untersuchen. Indem er Archive, Orte, Körper und performative Praktiken als historische Träger mit den gegenwärtigen Realitäten des Lebens Schwarzer in der Diaspora verbindet, schlägt Atkinson alternative Perspektiven auf transhistorisches Schwarzsein vor. 

Julia Wadhawan ist von Beruf Journalistin und Autorin. Ihr Vater kommt aus Indien, ihre Mutter kam mit zehn Jahren als Spätaussiedlerin nach Deutschland. Dass sie ‚Migrationshintergrund‘ hat, war ihr trotzdem lange nicht klar – schließlich ist sie in Deutschland geboren und aufgewachsen. Erst als Journalistin in Indien setzte sie sich bewusst damit auseinander. In ihrem ersten Buch „Sag mir nicht, wer ich bin“ (2022, dtv), ergründet sie zwischen Indien und Deutschland, wie Identität gesellschaftlich gemacht ist und wie global die Ideen sind, die wir voneinander haben. Der Prozess hat ihr gezeigt, wie heilsam und spannend es sein kann, mit den eigenen Eltern über ihre Geschichte zu sprechen – auch um daraus für die Zukunft zu lernen. Das ist nur ein Grund, warum ihr WHO CARED als Projektleitung am Herzen liegt. 

WHO CARED ist ein Online- Archiv, das Einblicke gewährt in die Geschichten von Arbeitsmigrantinnen, die in den 1960er und 70er Jahren aus dem südindischen Staat Kerala nach Deutschland vermittelt wurden, um im Pflegesektor zu arbeiten und u.a. damit die Personallücke der BRD schlossen. In Videoporträts hält das Online-Archiv die Lebensgeschichten dieser Frauen fest, die vor mehr als 60 Jahren ihre Heimat verließen. Das Besondere: Interviewt werden sie von ihren Kindern, Enkeln oder Nichten und Neffen. 

Die Kolumne „Vom Rande aus“ mit Texten von Esra Canpalat und Fotografien von Fatih Kurçeren wurde 2023 auf Initiative von Can Gülcü von Interkultur Ruhr in Auftrag gegeben.

Die Ausstellung „Vom Rande aus“ (24.10.2025 – 18.1.2026) ist in Kooperation von STADT_RAUM im MKK und Interkultur Ruhr/RVR entstanden, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. 

Das Gespräch ist eine Kooperation von STADT_RAUM im MKK und Interkultur Ruhr.

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