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Pangaea Studios: Leuchtende Überraschung

 

Der November ist der Monat der Lichterfeste. In vielen Kulturen versammeln sich zu Beginn der kalten Jahreszeit Menschen, um gemeinsam „Licht ins Dunkel“ zu bringen. Was hat diese Tradition heute zu bedeuten? Welche Vorstellungen liegen ihr zugrunde, und wie hängen sie zusammen? Pangaea Studios präsentiert: LEUCHTENDE ÜBERRASCHUNG! Folge #1: Workout Services.

Im Rahmen des Interkulturellen Kalenders des Ruhrgebiets hatte Interkultur Ruhr am 11. November – zum Sankt-Martins-Tag – zusammen mit dem Transnationalen Ensemble Labsa zu einer “Leuchtenden Überraschung“ ins Dortmunder Unionviertel eingeladen. Geplant war ursprünglich die Aufführung und Adaption der Performance „Sorry, ich muss schlafen!" als Stadtrundgang mit verschiedenen thematischen Impulsen. Als Reaktion auf die aktuelle Lage ist aus dieser Idee ein neues Format geworden: Der Tomorrow Club Kiosk von Labsa an der Langen Straße wird im November zu einem temporären Fernsehstudio (den „Pangaea Studios“), in dem in den kommenden Wochen mehrere Episoden einer Webserie entstehen. Für dieses neue Format arbeiten Labsa und Interkultur Ruhr mit der Filmemacherin und Medienkünstlerin Lisa Domin zusammen.

Themen der einzelnen Folgen sind Träume, Schlaf und eine kritische Kulturgeschichte des Lichts aus unterschiedlichen Perspektiven. Die inhaltliche Bandbreite reicht von der Bedeutung des Schlafs in der Industriegesellschaft und dem Stellenwert von Träumen über eine Auseinandersetzung mit Schlaf und Kolonialismus bis hin zu einer kritischen Diskussion von "hell" und "dunkel" als problematische Metaphern in der westlichen Geistesgeschichte.

Auszüge aus dem Recherchematerial zum Projekt "Sorry, ich muss schlafen!" des Transnationalen Ensembles Labsa bilden den künstlerischen Rahmen der Serie und aktivieren das Widerstandspotenzial von Schlaf und Träumen. Gesprächspartner*innen sind u.a. der Anthropologe Alexis Rodríguez, die Medienwissenschaftlerin Henriette Gunkel, die Empowerment-Trainerin und Forscherin Cecil Arndt, der Stadthistoriker Wolfgang Kienast und das Design-Team von Workout Services.

Von und mit: Abdullah Moradi, Ahmad Reza Ashury, Alexis Rodríguez Suárez, Anna Hauke, Betty Schiel, Cecil Arndt, Emilia Hagelganz, Fabian Saavedra-Lara, Guido Meincke, Hbret Brhane, Henriette Gunkel, Johanna-Yasirra Kluhs, Jola Kozok, Leonie Arnold, Lisa Domin, Marco Cucuiu, Naomi Cosma Rüttgers, Piotr Zapasnik, Ralf Tibor Stemmer, Sabitha Saul, Seb Holl-Trieu, Seratu Bah, Vité Joksaité, Wolfgang Kienast, Yacouba Coulibaly

PANGAEA STUDIOS: LEUCHTENDE ÜBERRASCHUNG #1 – Workout Services

Was bisher geschah: Die aktuellen Entwicklungen erfordern eine Absage aller Kulturveranstaltungen auf unabsehbare Zeit. Was bedeutet das für die „Leuchtende Überraschung“? Johanna-Yasirra Kluhs und Fabian Saavedra-Lara stellen in der ersten Folge den Neustart des Projekts als Webserie vor und begrüßen im neu eingerichteten, temporären Fernstehstudio an der Langen Straße in Dortmund die ersten Gäste des neuen Formats – Workout Services: Seb Holl-Trieu, Marco Cucuiu und Piotr Zapasnik.

Die drei Designer sind für die Co-Konzeption und den Bau der „Pangaea-Bank“ verantwortlich: Ein künstlerisch gestaltetes Sitzmöbel für den öffentlichen Raum, das als Schlusspunkt des ursprünglich geplanten Stadtrundgangs zur Versammlung einladen sollte. Nun wird die Pangaea-Bank kurzerhand zur Kulisse und Situation für die Gespräche mit den Beteiligten des Projekts, die in der Serie zu erleben sein werden. Im Interview sprechen Seb, Marco und Piotr darüber, was es mit der Bank auf sich hat, wie es zu ihrer Form kam und was der Superkontinent Pangaea mit dem Ruhrgebiet zu tun hat. Viel Vergnügen beim Schauen!

ÜBER WORKOUT SERVICES

Seb Holl-Trieu, Marco Cucuiu und Piotr Zapasnik sind als kreative Köpfe in den Bereichen Kommunikationsdesign, Szenografie und Architektur unterwegs. Ihr neu gegründetes Studio in Berlin trägt den Namen Workout Services. Unter diesem Label realisieren sie Raumgestaltungen und Designs für verschiedene Auftraggeber*innen aus den Bereichen Kunst & Kultur, Gesellschaft und Wirtschaft. Seb Holl-Trieu ist gleichzeitig als Teil des Designbüros The Laboratory of Manuel Bürger bereits seit Langem mitverantwortlich für den grafischen Auftritt von Interkultur Ruhr und insbesondere die Pangaea-Kampagne mit ihren bisherigen Manifestationen „Pizza Pangaea“ und „Interkultureller Kalender“.

www.workout-services.com

 

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PANGAEA STUDIOS: LEUCHTENDE ÜBERRASCHUNG #2 – In der zweiten Folge verabredet sich die Empowerment-Trainerin Cecil Arndt mit dem Kulturproduzenten Alexis Rodríguez Suárez, um über verschiedene, u.a. rassismuskritische Aspekte von Schlaf und Träumen zu sprechen. Ausgangspunkt ist die Frage: „Wovon träumen Anthropolog*innen?“

Alexis hat in Mexiko wissenschaftlich im Bereich Anthropologie gearbeitet. Von dieser Frage ausgehend entwickelt sich das Gespräch weiter zu einer Diskussion darüber, wer in der Gesellschaft das Recht auf einen (ruhigen) Schlaf hat – und wem dieses Recht vorenthalten wird – sowie über Träume als utopische Metapher. Im Anschluss gesellt sich das Ensemble Labsa hinzu und entwickelt zwei unterschiedliche Traum-Erzählungen in vielstimmigen Dialogen und einer musikalischen Performance weiter.

ÜBER CECIL ARNDT

Die Kultur- und Literaturwissenschaftlerin Cecil Arndt ist Referentin der politischen Bildung und Trainerin für Empowerment. Sie arbeitet aus postmigrantischer und (queer)feministischer Perspektive zu den Schwerpunkten Rassismus- und Macht(kritik), Gender und Intersektionalität. Derzeit ist sie als Referentin im Team des projekt.kollektiv bei IDA-NRW beschäftigt.

ÜBER ALEXIS RODRÍGUEZ SUÁREZ

Alexis Rodríguez Suárez hat in Mexiko Kulturanthropologie studiert. In Katalonien, Spanien, promovierte er in Urban Anthropology mit Schwerpunkt Migrationsforschung. Seit 2008 arbeitet er an interdisziplinären handlungsorientierten Forschungsprojekten. Er leitet Kunst-, Medienpädagogische und Community-Projekte, insbesondere interkulturelle und queerfeministische intersektionelle Community- und Filmprojekte sowie Filmvermittlung.

Musik: QUEEN B

https://www.youtube.com/channel/UC4dPX20hAJ8gS0iMzFFKg9A

https://www.facebook.com/barrie.queenb

https://www.facebook.com/qand.eent

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PANGAEA STUDIOS: LEUCHTENDE ÜBERRASCHUNG #3 – Emilia Hagelganz vom Transnationalen Ensemble Labsa begrüßt den Dortmunder Lokalhistoriker, Kulturproduzenten, Journalisten und DJ Wolfgang Kienast alias Martini zum Gespräch. In dieser Folge geht es um den Zusammenhang von Schlaf und Industriegeschichte.

Viele der Wohnhäuser im Dortmunder Unionviertel, in dem sich die Pangaea Studios und der Produktionsort von Labsa befinden, sind als Wohnstätten für Arbeiter*innen in der Schwerindustrie entstanden. Mehrere Stahlwerke säumten im 19. und 20. Jahrhundert die benachbarte Rheinische Straße. Im Zuge des Strukturwandels sind sie verschwunden. Das Viertel ist geblieben.

Wie haben die Arbeiter*innen zu Beginn der Industrialisierung in Dortmund gelebt und geschlafen? Wovon haben sie vielleicht geträumt? Von diesen Fragen ausgehend spannen Emilia und Martini den Gesprächsbogen hin zu Fragen von Industriegeschichte und Gender sowie zu prekären Wohnverhältnissen heute. Gerahmt wird der Austausch durch Live-Zeichnungen von Anna Hauke und eine Intervention von Labsa vor der ehemaligen „Schlafkaserne“ in der Paulinenstraße.

ÜBER WOLFGANG KIENAST

Wolfgang Kienast schreibt für das Straßenmagazin ‚bodo‘ (u.a. die monatliche Wildkräuterkolumne), für das Kulturmagazin ‚Heimatdesign‘ und gelegentlich literarische Texte. Er leitet Exkursionen im Dortmunder Raum – zur Bier- und Brauereigeschichte der Stadt, zu vergessenen Kulturdenkmalen, zu Wildkräutern im urbanen Raum oder in die lokale Sagenwelt. Als DJ ist er unter dem Namen ‚Martini‘ bekannt.

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Pangaea Studios & Partners:

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    Transnationales Ensemble Labsa

     

    Labsa e.V. ist Plattform für interdisziplinäre und partizipative Projekte. In Kooperation mit GrünBau gGmbH gründete sich 2015 das Transnationale Ensemble Labsa als künstlerische Zukunftswerkstatt. Hier treffen sich junge Menschen mit und ohne Fluchthintergrund in einem prozessorientierten Raum, in dem nicht übereinander, sondern miteinander gesprochen wird und Perspektiven der transnationalen Zusammenarbeit entwickelt werden.

    Der Zustand der Welt macht die Menschen müde; vor Überfluss an Wohlstand oder Erschöpfung durch Ausbeutung. Mit dem Projekt "Sorry, ich muss schlafen!" knüpft das Ensemble an Erfahrungen von Menschen an, deren sozioökonomischer Status stark dazu beiträgt, wie sie schlafen und was sie träumen. Texte, Kostüme, Musik, Objekte und Figuren, sowohl dokumentarisches als auch fiktionales Material zur Erarbeitung von performativen Miniaturen, stammen aus den Recherche-Formaten: Hausbesuch, Schlaflabor und Traumgespräche.

    www.labsa.de

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    Schlafperformance. Foto: Lisa Domin
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    Lisa Domin

     

    Lisa Domin studierte Freie Kunst in Braunschweig und Budapest und postgradual Mediale Künste an der KHM Köln. Multimedialverhandelt sie Formen der Instrumentalisierung und Fiktionalität biografischer Geschichten und öffentlicher Geschichtsschreibung. Ihre Arbeiten wurden bei den Kurzfilmtagen Oberhausen, Kasseler DokFest, WDR, Videonale uvm. gezeigt und mehrfach ausgezeichnet.

    www.lisadomin.com

    Lisa Domin. Foto: Lisa Domin
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