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Familienfilm-Archiv des Ruhrgebiets: Musikvideo

Fr. 14.05.2021

All We’ll Ever Need: Schmalfilme aus dem Archiv für Familien- und Amateurfilm des Ruhrgebiets im Musikvideo von Fehler Kuti

Filmstill aus „All We’ll Ever Need“ von Fehler Kuti, 2021. Foto: Archiv für Familien- und Amateurfilm des Ruhrgebiets
Filmstill aus „All We’ll Ever Need“ von Fehler Kuti, 2021. Foto: Archiv für Familien- und Amateurfilm des Ruhrgebiets
Filmstill aus „All We’ll Ever Need“ von Fehler Kuti, 2021. Foto: Archiv für Familien- und Amateurfilm des Ruhrgebiets

„Alles ist verloren. Weil alle Geschichten, Gesten und Identitäten von diesem spätkapitalistischen Apparat einverleibt worden sind, den wir Diversität nennen. Sie kann jeden und alles integrieren. Sie hat mich hervorgebracht. Sie ist der Preis unserer Teilhabe. Aber sie ist nicht in der Lage die eigene Prämisse einer atomisierten Gesellschaft zu hinterfragen. Als ob du und ich so wenig Gemeinsames haben.“ (Fehler Kuti)

„Professional People“ heißt das neue Album von Fehler Kuti, das im Juni 2021 bei Alien Transistor erscheint und sich mit der Kluft zwischen dem alltäglichen Leben und politischen Diskursen und Kunst befasst. Nach der ersten gleichnamigen Single erscheint nun mit „All We’ll Ever Need“ am 14. Mai 2021 die zweite Single auf allen Plattformen.

Im dazugehörigen Musikvideo werden Schmalfilme aus dem Archiv für Familien- und Amateurfilm des Ruhrgebiets verarbeitet, die Einblicke in den Alltag der 1950er bis 1980er Jahre geben: von Hochzeits- und Familienfeiern über das Zusammenleben zwischen Jung und Alt bis zum Urlaub. Unter der Regie von Kathleen Kunath treffen diese Galaxien von fürsorglichen Beziehungen und Gemeinschaften mit Fehler Kutis melancholischer Musik zusammen.

„Dieses Archivmaterial berührt mich auf so vielen Ebenen: als Kulturanthropologen, als Künstler, als Partner, Vater und Sohn. Und gerade durch Kathleens verdichtete Filmcollage stell ich mir die Frage, in welche Bilder meine eigene Biographie eines Tages zerfallen wird. Jedes einzelne Bild sticht einem ins Herz, weil man die Situation kennt. Und das ist mehr als eine Analogie. Es ist eine allgemeine Erfahrung.“

Das Album „Professional People“ ist Teil des gleichen Multiversums wie „The History of the Federal Republic of Germany as told by Fehler Kuti und die Polizei“. Eine Produktion von Julian Warner. Koproduziert mit den Münchner Kammerspielen. Gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München. Herausgegeben von Alien Transistor.

 

Julian Warner arbeitet als Kulturanthropologe transdisziplinär in den Bereichen Kuration, Musik, Peformance und Wissenschaft. Er ist künstlerischer Leiter des Festivals der Kulturregion Stuttgart 2022 und Kurator für das Performance-Festival Spielart in München. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeitete er am Institut für Kulturanthropologie der Georg-August-Universität Göttingen und ist Herausgeber des im Verbrecher Verlag erschienen Sammelbandes AFTER EUROPE – Beiträge zur dekolonialen Kritik (2021). Unter dem Alias Fehler Kuti veröffentlicht er Musikalben und Performances an der Schwelle von Pop, Kunst und Politik.

Kathleen Kunath lebt und arbeitet als Fotografin und Videokünstlerin in Berlin. Sie interessiert sich für das Verhältnis von Welt und Bild und dafür, Deutungsformen zu überdenken. Sie studierte Gender Studies an der HU-Berlin und Fotografie an der Folkwang Universität der Künste. Währenddessen machte sie zwei Auslandssemester im Bereich der Bildenden Kunst an der Universität von São Paulo, Brasilien (USP). Dorthin verlegte sie auch nach dem Studium ihren Lebensmittelpunkt (2012-2017). Für die Tanz- und Theaterszene dokumentiert sie seit 2009 regelmäßig Bühnenstücke auf Foto und Video (z.B. Unrestricted Contact von Grupo Oito am Ballhaus Naunynstraße). 2013 arbeitete sie als Videokünstlerin für das Stück KUBIK / BESUCH am Theater im Pumpenhaus Münster mit dem büro für zeit + raum / Anne Hirth, Ralf Haarmann, Irena Tomažin. Im Rahmen von Interkultur Ruhr wirkte sie ebenfalls als Videokünstlerin mit, 2017 bei Ruhrgebiet Jetzt von Gigo Propaganda, und war als Beraterin und Schnittbetreuerin im Projekt FILMBUDEN am Tag der Trinkhallen beteiligt (2018, Konzept: Johanna-Yasirra Kluhs), das sich mit privaten Filmaufnahmen von 1940 bis 1990 beschäftigt.

Das Archiv für Familien- und Amateurfilm des Ruhrgebiets entstand im Rahmen des Projektes Interkultur Ruhr (RVR) mit Unterstützung des Forums für Geschichtskultur an Ruhr und Emscher e.V., Archivträger ist die Stiftung Ruhrmuseum.

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