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Filmvorführung: The Devil's Garden

Do. 28.06.2018, 18:00 Uhr

Filmvorführung, Werkstattgespräch und Diskussion mit der ägyptischen Künstlerin Heba Y. Amin zu ihrem Projekt „The Devil’s Garden“

The Devil's Garden
The Devil's Garden
The Devil's Garden

Am 28. Juni 2018 gibt die aus Ägypten stammende Künstlerin Heba Y. Amin im endstation.kino im Bahnhof Langendreer (Bochum) in Kooperation mit dem endstation.club einen ersten Einblick in ein neues Kunstprojekt, das in den letzten zwei Jahren aus einer Recherche im Grenzgebiet zwischen Ägypten und Libyen auf Einladung des Programms Interkultur Ruhr entstanden ist.

Dort stieß sie auf eine mit Landminen aus dem Zweiten Weltkrieg übersäte Gegend, die umgangssprachlich "The Devil's Garden ("Garten des Teufels") genannt wird und trotz der großen räumlichen Entfernung geschichtlich und vor dem Hintergrund aktueller Flucht und Migration mit dem Ruhrgebiet verbunden ist. Denn viele dieser dort nach wie vor im Sand vergrabenen Minen wurden während des Kriegs im Ruhrgebiet hergestellt. Krieg und Terror, Geopolitik und Kolonialismus, Erinnerungskultur und Tourismus, Vergangenheit und Gegenwart verdichten sich hier zu einem komplexen Geflecht, dessen unterschiedliche und teils widersprüchliche Erzählungen in einem künstlerischen Kurzfilm von Heba Y. Amin offen gelegt werden.

Das erste Kapitel dieses Films wird am 28. Juni in Bochum gezeigt. Doch die künstlerische Beschäftigung Heba Amins mit diesem Territorium wird weitergehen: Die vielen Stimmen und historischen Erfahrungen, die vor Ort zusammen kommen, sollen auch in zukünftige Manifestationen des Projekts einfließen. Zusätzlich zur Filmvorführung gibt Amin im Rahmen eines Vortrags und Werkstattgesprächs, moderiert von Michael Andreas (Bochum), mit anschließender Diskussion Einblick in ihre persönliche und künstlerische Perspektive. Sie berichtet von ihren Bereisungen der Gegend und legt dar, an welchen Strängen sie weiter forschen wird. Im Café des Kino Endstation werden außerdem einige Fotografien gezeigt, die während ihrer Aufenthalte im "Devil's Garden" entstanden sind.

Das Kino lädt alle Besucher*innen nach der Veranstaltung zum Verweilen bei Tee und einem Imbiss ein.

Hinweis: Veranstaltung in englischer Sprache, Übersetzungsmöglichkeit ins Arabische wird angeboten.

Eintritt frei.

Heba Y. Amin ist eine ägyptische Künstlerin und Wissenschaftlerin. Amins Arbeit basiert auf intensiven Recherchen und einer künstlerischen Praxis, die sich mit den Zusammenhängen von Geopolitik, Migration und Technologie beschäftigt. So untersucht sie beispielsweise in vielen verschiedenen Medien den Einfluss von Infrastrukturen auf die menschliche Psyche anhand verschiedener Verbindungslinien, Störungen und fehlerhafter Erinnerungskulturen. Durch das Verbinden unterschiedlicher Geschichten befragt und rekonfiguriert sie Narrative aus globalen Zonen des Konflikts. Ihr besonderes Interesse gilt Techniken der Subversion und kritischen Raumtaktiken, die bestehende Systeme, Machtverhältnisse und Deutungshoheiten herausfordern.

www.hebaamin.com

Das endstation.kino, das baulich Teil des Soziokulturzentrums Bahnhof Langendreer ist, wurde 1988 eröffnet und zeigt seitdem alles außer Mainstream. Neben zahlreichen Erstaufführungen bestimmen konzeptionelle Filmreihen, Werkschauen, Retrospektiven und Länderprogramme das Programm. Das monatliche Festprogramm wird vor allen Dingen durch Dokumentarfilme und Spielfilme aus allen Kontinenten geprägt, die, wenn möglich, im Original mit deutschen Untertiteln gezeigt werden. Mit Filmgesprächen bietet das Kino zudem eine in Bochum einmalige Möglichkeit, mit Regisseur*innen, Schauspieler*innen und Drehbuchautor*innen in Kontakt zu kommen. Mit verschiedenen Filmfestivals, u.a. mit dem regional fokussierten blicke.filmfestival des Ruhrgebiets oder dem Dokumentarfilm-Festival Stranger Than Fiction, ist das Kino außerdem ein etablierter Ort für die lokale Filmszene.  

Seit Mitte 2017 haben im endstation.club junge Erwachsene zwischen 16 und 26 Jahren mit und ohne Fluchterfahrung die Möglichkeit, im endstation.kino einmal im Monat kostenlos Filme zu schauen und gemeinsam darüber in einer anschließenden Diskussion ins Gespräch zu kommen. Ende 2017 erschien außerdem die erste Ausgabe des endstation.magazins: das Printmedium des endstation.clubs, in dem die Teilnehmenden Texte über die bei uns gesehen Filme veröffentlichen können. Neben dem Filme schauen, dem Sprechen und Schreiben über Film steht beim endstation.club auch das Filmemachen im Fokus. In Kurzfilmworkshops können die Teilnehmenden eigene Filme konzipieren, drehen, schneiden und im Anschluss bei einer öffentlichen Premiere mit dem Publikum diskutieren. Der endstation.club wurde 2017 im Förderfonds von Interkultur Ruhr (Träger: RVR) und dem Förderprogramm Flucht und Migration der LAG Soziokultur gefördert.

http://endstation-kino.de