Filmscreening: Lizza May David
In den Dokumentarfilmen „TWO YEARS MORE“ (2006, 26 Min.) und „MODEL FAMILY AWARD“ (2008, 11 Min) thematisiert Lizza May David die sogenannten „Overseas Filipino Workers“ (OFW), also Menschen mit philippinischer Staatsangehörigkeit, die im Ausland arbeiten. Im Jahr 2023 hat die philippinische Regierung über 2 Millionen OFW registriert, davon waren knapp mehr als die Hälfte Frauen.
In „TWO YEARS MORE“ geht es um Lizzas Tante Nerry, eine OFW, die in Hong Kong als Haushälterin arbeitet, um ihre Familie in den Philippinen zu unterstützen. Nach drei Jahren in Hong Kong besucht sie ihren Ehemann und ihre drei Söhne. Der Film bietet Einsicht in ein verbreitetes philippinisches Familienmodell und stellt mediale Einordnungen von OFW als „Held*innen“ oder „Opfer“ in Frage.
„MODEL FAMILY AWARD“ thematisiert eine jährlich stattfindende Preisverleihung auf den Philippinen, die Familien von Overseas Filipino Workers für „erfolgreiche“ Familienbeziehungen, gute schulische Leistungen der Kinder und unternehmerische Leistungen ehrt. Der Film zeigt, wie das philippinische Arbeitsministerium, unterstützt durch verschiedene Unternehmen, das Narrativ der OFW als Held*innen der Nation vorantreibt und Idealvorstellung einer Modellfamilie vermittelt.
Anschließend kommen Lizza May David und Laura May Konieczny in einem Gespräch zusammen, in dem sie die Entstehungskontexte der Filme, sowie die gesellschaftlichen Implikationen von Arbeitsmigration und Care-Arbeit reflektieren und zur Diskussion öffnen.
Die Dokumentarfilme sind hauptsächlich in englischer Lautsprache, das anschließende Gespräch wird in deutscher Lautsprache geführt.
Die Veranstaltung ist kostenfrei und findet im Museum für Kunst und Kulturgeschichte statt.
Lizza May David, geboren in Quezon City / Philippinen, lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg, an der Staatlichen Hochschule der Schönen Künste in Lyon und an der Universität der Künste Berlin. Aktuell ist sie Dozentin an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Lizza ist Malerin und multidisziplinäre Künstlerin, die sich für die Lücken und das Schweigen in persönlichen und kollektiven Archiven interessiert. Durch abstrakte Malerei experimentiert sie mit Formen der Aktivierung oder Störung und navigiert durch Affekte und Momente, die sich der Repräsentation entziehen. Lizza denkt relational in Kreuzungen, Wendepunkten, Überschneidungen und Verzweigungen, um in Kollaborationen, architekturellen Interventionen oder Installationen Ausdruck zu finden.
Laura May Konieczny studierte Angewandte Literatur- und Kulturwissenschaften sowie Soziologie und Kulturanthropologie des Textilen an der Technischen Universität Dortmund, wo sie auch den Master Kulturanalyse und Kulturvermittlung abschloss. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit materieller Kultur und Fragen der Fürsorge, Zugehörigkeit und Identität, etwa in ihrer Masterarbeit zur Fankultur der sogenannten „Swifties“. Zudem war sie an der Ausstellung „Muster und Märkte. Auf den Spuren westfälischer African Prints“ im LWL-Museum Textilwerk Bocholt beteiligt. Aktuell ist sie Volontärin im Bereich Bildung und Vermittlung an der DASA Arbeitswelt Ausstellung.
Ein Projekt im Rahmen von KOMMEN BLEIBEN GEHEN – Kreative Projekte an temporären Orten. „Geteilte Welten: Dinge der Verbundenheit“ ist ein Projekt des Museums für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund, gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW und vom Förderfonds Interkultur Ruhr 2025.


