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Immer wenn wir die Zukunft berühren, kommt die Vergangenheit. Ayşe Kalmaz und Alican Tazegül über ihre Arbeit an der Webserie Emscherwood: Das Wunder von Lohberg und die Arbeit am Third Space

Interkultureller Kalender 2022. Foto: Guido Meincke

Immer wenn wir die Zukunft berühren, kommt die Vergangenheit. Ayşe Kalmaz und Alican Tazegül über ihre Arbeit an der Webserie Emscherwood: Das Wunder von Lohberg und die Arbeit am Third Space

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Interkultureller Kalender 2022

Der Interkulturelle Kalender feiert die einzigartige Vielfalt des Ruhrgebiets. Mit der Edition 2022 stellen wir jeden Monat Akteur:innen vor, die das kulturelle Leben im Ruhrgebiet mitgestalten. Im März steht steht die Webserie Emscherwood: Das Wunder von Lohberg im Mittelpunkt. Johanna-Yasirra Kluhs hat mit Ayşe Kalmaz und Alican Tazegül gesprochen. Das vollständige Interview findet sich in der Publikation „Worauf wir uns beziehen können. Interkultur Ruhr 2016-2021“.

Johanna-Yasirra Kluhs: Ich freue mich total, dass wir heute sprechen! Eure Trailer sind ja super sauber produziert, sehr klar ausgewählte Soundtracks, die sich anlehnen ans Mainstream-Kino. Warum ist euch das so wichtig gewesen, diese Professionalität zu manifestieren?

Ayşe Kalmaz: Wenn wir solche Produktionen machen, sollten wir nicht das Klischee bedienen: Partizipative Projekte mit Menschen mit Migrationshintergrund – das ist dann günstig produziert und dann hat man eine Veranstaltung und beklatscht das Ganze und sagt: „Habt ihr toll gemacht, super, ihr Post-Migas.“ Wir haben gedacht: Wenn wir das machen, dann soll das auch etwas sein, was nicht niedriger gestuft wird als die Arbeit, die andere Leute machen, mit ganz anderen Budgets. Wir wollten etwas brechen mit dieser Professionalität, mit diesem hohen Anspruch. Das hat etwas mit einem Ernst zu tun, auch mit einem Respekt vor der Arbeit von all den Menschen aus dem Stadtteil.

Alican Tazegül: Das Wunder von Lohberg war einfach ungefiltert. Comedy, Science-Fiction und auch traurige Szenen. Das sollte nach außen zeigen, wie wir Lohberg sehen. Der Bürgermeister hat es sich angeguckt, und ganz viele Leute – es war ein großes Publikum. Wir haben da Problematiken angesprochen, die für uns wichtig waren. Aber auch die schönen Seiten. Ja, wir haben einen Film gemacht, der so geworden ist, wie wir es uns gewünscht haben. Noch schöner sogar. Was ich mir damals gewünscht habe, war, dass das mehr Reichweite hat. Auf YouTube kann jeder was posten, aber Fernsehen wäre schon mein Ziel gewesen. Die Vorurteile sind so groß gemacht worden, dass man auch den Film so groß machen sollte. Ich finde, dass man den Blickwinkel heute noch mal erweitern sollte. Kinder mitnehmen und Jugendliche: Guck mal, was sind deren Sorgen? Ich mache mir sehr viele Gedanken über die Welt: Nachbarn, Menschen mit denen ich lebe, Menschen, die ich im Supermarkt treffe und grüße. Sie wissen ja selber, was heute auf der Welt so los ist: Rassismus, viele Vorurteile gegen Leute aus anderen Ländern. Dieser Film war vor ein paar Jahren und man hat genau das, was auf dem Herzen lag, zack, veröffentlicht. Echt heute noch ein krasser Move. Dass man zeigt: „Egal, ob du Hassan heißt oder Kursowski: Wir sind alle eine Nachbarschaft. Wenn du Hunger hast, dann komm ich.“

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https://interkultur.ruhr/kalender/das-wunder-von-lohberg

https://www.facebook.com/daswundervonlohberg

>> Youtube Kanal Emscherwood

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Die gedruckte Version des Interkulturellen Kalenders 2022 ist leider bereits vergriffen. Eine digitale Version (pdf) zum Herunterladen gibt es >> hier. Das vollständige Interview findet sich in der Publikation „Worauf wir uns beziehen können. Interkultur Ruhr 2016-2021“.

>> Interkultureller Kalender 2022

>> Worauf wir uns beziehen können. Interkultur Ruhr 2016-21

Dreharbeiten für „Das Wunder von Lohberg“, Dinslaken 2018. Foto: Parkwerk e.V.
Interkultureller Kalender 2022. Foto: Guido Meincke
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